Provincial Nominee Program (PNP): Überblick

Neben den Einwanderungsmöglichkeiten auf Bundesebene haben auch die Provinzen und zwei Territorien ihre eigenen Einwanderungsprogramme, die es ihnen erlauben, aufgrund ihrer eigenen Kriterien selber potenzielle Einwanderer auszuwählen und bei den Einwanderungsbehörden für eine Daueraufenthaltsbewilligung (PR) zu "nominieren". Diese Programme werden unter dem Begriff “Provincial Nominee Program” (PNP) zusammengefasst, ausser in Quebec. Die Belle Province hat ihr eigenes Immigrationssystem ("Immigration, Diversité et Inclusion Québec"), welches begrifflich nicht unter die Bezeichnung “PNP” fällt, aber materiell ähnlich ist.

Die über 50 Provincial Nominee Programs sind für Einwanderer eine attraktive Alternative zu bundesstaatlichen Einwanderungsprogrammen. Jede einzelne Provinz und zwei der drei Territorien haben auf ihre eigenen, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene, hauptsächlich wirtschaftlich motivierten Programme.

Sie richten sich an verschiedene Zielgruppen. Hauptsächlich an (meistens jüngere,) berufserfahrene, gut Qualifizierte mit genügend bis guten Sprachkenntnissen und einer Affinität zur fraglichen Provinz. Einzelne Programme richten sich auch an Investoren oder Unternehmer. Je nach wirtschaftlicher Situation werden bestimmte Berufsgruppen bevorzugt. Da liegt wohl auch die Chance für diejenigen Einwanderungswilligen, die über eine geringere Berufsqualifikation verfügen. Meistens wird ein Stellenangebot beim Antrag verlangt, es gibt aber auch Ausnahmen.

Die Einwanderung läuft dann in einem zweistufigen Prozess ab: Zuerst wählt die Provinz ihre Kandidaten aus und schlägt sie den Einwanderungsbehörden vor ("Nomination", "Certificat de sélection du Québec"). Und die entscheiden dann über den Einwanderungsantrag.

Eine Nomination bedeutet eine fast an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, eine PR ausgestellt zu bekommen.