• Kein Ausverkauf
    11. Dezember 2012
    Letztlich war es ein Kompromiss. Nein, besser, ein Rebound: aus der Defensive in die Offensive, von Unklarheit zu Klarheit. Beim dritten milliardenschweren Aquisitionsversuch in Folge durch ausländische Investoren gab die Regierung für den Aufkauf von Nexen durch CNOOC grünes Licht und stellte die Ampel dann sogleich nicht auf rot aber auf orange. Dies für den Fall, dass weitere ähnlich gelagerte Übernahmeabsichten anstehen. Denn der von der Regierung zu bewilligende Fall war delikat. So wirbt Kanada schon seit längerem auf internationalem Parkett mit dem Slogan "Open for Business" vor allem in Asien und dort neben Indien auch in China. Allerdings war grosskalibrigen Investitionen aus dem Ausland in letzter Zeit kein Erfolg beschieden. So hat die Regierung bereits zwei Übernahmeversuche abgelehnt. Und als Begründung musste jeweils der nicht ausreichende (positive) "Net Benefit" für Kanada herhalten, eine unklar definierte Benchmark der Regierung, die darauf basierend ihr Veto einlegen konnte.

    Und plötzlich stand ein Unternehmen aus China vor der Tür und wollte mit einem Mega-Deal eine in Calgary domizilierte Ölfirma übernehmen. Für rasches Abwinken oder Hereinwinken war dieses Dossier zu delikat. China ist für Kanada als Absatzmarkt nicht zentral, aber immer wichtiger. Und bei aller Offenheit: Wenn sich Global Players auf den Ölfeldern, ein Filetstück der kanadischen Wirtschaft, zu sehr breit machen wollen, fühlen sich nicht wenige Kanadier etwas unwohl. Zudem wird einzelnen chinesischen Firmen in Kanada unlautere Stellenbesetzungspraktiken vorgeworfen oder ein nationales Sicherheitsrisiko unterstellt. Und noch delikater: Beim fraglichen Käufer, der die "Open for Business"-Einladung annahm und in Alberta auf Einkaufstour ging, handelt es sich um ein staatliches Unternehmen. Und das macht noch ein bisschen mehr misstrauisch: Solche Firmen brauchen nicht unbedingt nach wirtschaftlichen Grundsätzen zu operieren, sondern können andere (nationale) Absichten mittels gekauftem Unternehmen verfolgen.

    In dieser "Extremsituation" konnte es sich die Regierung nicht mehr leisten, die Net Benefit-Prüfung als Grundlage einer (politisch motivierten) Schnellschuss-Entscheidung zu nehmen. Klarere Regeln, ein Statement musste her. Die Ölindustrie braucht viel Geld. Und Auslandsinvestoren sind in erster Linie auch an solchen Investitionen interessiert. Aber nur dann, wenn transparente Regeln für "Open for Business" angewandt werden.

    Und die Regierung hat sich relativ gewandt aus dieser Situation gezogen. Ja zur Übernahme und damit das Gesicht gewahrt und damit die involvierten Stakeholders beglückt und mit der angedrohten restriktiveren Handhabe bei ähnlich gelagerten Fällen besorgte WählerInnen beruhigt.

    Wie weit diese neuen Guidelines jetzt transparenter sind, wird die Zukunft weisen. Wohl halb transparent. Damit erhält die Regierung einen Interpretationsspielraum, um nicht nur unter wirtschaftlichen, sondern auch politischen Gesichtspunkten Übernahmen zu bewilligen. Aber vielleicht ging es auch nur darum, einen Pflock einzuschlagen und der Welt zu zeigen, dass ausländische, staatlich kontrollierte Firmen nur beschränkt willkommen sind. Vielleicht als Minorität, in einem Joint Venture. Und jetzt sind alle vorgewarnt: Im aktuellen Fall stand die Ampel nur ganz kurz auf grün. Die Ampel kann in Zukunft rasch von Gelb auf Rot schalten.

    Ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt. Leider hat die Politik und die Bürokratie erst spät auf diese Entwicklung reagiert. Wären dieser neue oder klarere Standpunkt schon früher definiert und und kommuniziert worden, dann wäre der CNOOC/Nexen-Deal nicht bewilligt worden. Genau wie sich die Mehrheit in Kanada dies gewünscht hätte.

  • Mehr Kontrolle bei Einreise nach Kanada
    19. Oktober 2012
    Wohl ab 2015 müssen neu Ausländer aus visabefreiten Ländern (wie die Schweiz oder Deutschland) vor der Einreise nach Kanada mit dem Flugzeug via Online-Anfrage bei der kanadischen Immigrationsbehörde abklären, ob (überhaupt) eingereist werden darf. Mit der noch zu implementierenden sogenannten "electronic Travel Authorization" (eTA) reiht sich Kanada in das gleiche Grenzkontroll-Prozedere ein wie bereits die USA mit ihrem ESTA-Modell. Diese Adaption mit dem damit verbundenen Mehraufwand für Einreisende war voraussehbar (vgl. "Bald datentransparentere Touristen"). Die gesetzlichen Bestimmungen liegen dem Parlament bereits zur Abstimmung vor.

  • Via Vergangenheit in die Zukunft
    10. September 2012
    Die Querelen in Kanada um den Ersatz des mittlerweile in die Jahre gekommenen Militärjets CF 18 ist um ein Kapitel reicher. Wurde bis anhin mit Kopfschütteln auf den noch immer nicht klaren Kaufpreis des vom Militär gewünschten US-amerikanischen F-35 reagiert, so tauchte kürzlich eine neue Idee zur Ersatzbeschaffung in der Öffentlichkeit auf. Warum nicht hier einen eigenen Jet bauen? Kanada hat eine Geschichte als Flugzeugbauer und ist heute führend in der Aerospace-Industrie. Geht es nach diesem neuen Vorschlag, dann sollte das Geld anstatt in den neuen F-35 lieber in ein kanadisches Militärflugzeugprogramm investiert werden. Und als Basis des neuen Flugzeugs sollte der Avro Arrow dienen, ein in Kanada produziertes State-of-the-Art-Flugzeug, das inmitten von Testprogrammen vor über 50 (!) Jahren von der damaligen Regierung (überraschend) schubladisiert resp. Teile / Unterlagen davon vernichtet wurde. Dabei bestach der Avro durch zukunftsweisendes Design und überragende Leistungsmerkmale. Und in einem Vergleich zwischen Avro Arrow und F-35 scheint die Wunderkonstruktion aus den 50er Jahren tatsächlich überlegen zu sein: Zumindest bei den Kriterien Höchstgeschwindigkeit (Mach 3.5, doppelt so schnell wie F-35), Reichweite (3000km, also 800 km weiter), Unterhalts-, Betriebskosten (Hälfte des F-35), Einsatzort (Kanadisches Flugzeug für kanadisches Klima konzipiert).

    Der erste Schritt scheint den Proponenten dieser Idee geglückt. Neben dem Frust über die scheinbar aus dem Ruder laufenden Kosten des F-35-Programmes gesellen sich Kommentare, die sich ein "Made in Canada"-Flugzeug auf der Grundlage des in der Grösse riesigen Allwetter-Überschall-Abfangjägers wünschen. "It CAN be done".

    So, Science-Fiction oder kühner Schritt? Schön wäre natürlich ein Beleben der kanadischen Industrie. Und der kürzlich gesprochene Milliardenauftrag der Regierung an die heimischen Schiffswerften ist Realität. Ein möglicher Auftrag für die hiesige (Flugzeug)-Industrie mit Blick in die Vergangenheit hat wohl - leider - keine Zukunft.

  • Kanada bleibt Kanada
    5. September 2012
    Die Parti Québécois ist in den vorgezogenen Parlamentswahlen in Quebec knapp als Siegerin hervorgegangen. Mit Pauline Marois wird dieser Provinz erstmals eine Premierministerin vorstehen. Dieses Ergebnis ist ein Rohrkrepierer für die während den letzten 9 Jahre an der Macht stehende Liberalen Partei unter der Führung von Jean Charest. Er wollte mit vorgezogenen Wahlen den wohl für die Partei wenig schmeichelhaften Ergebnissen einer Anti-Korruptionskommission zuvorkommen, die in den nächsten Wochen veröffentlicht werden, und zugleich auf seiner Ansicht nach gutem Handling der Studentenproteste bauen.

    Ein Blick auf das Abstimmungsergebnis zeigt, dass sich alle drei "grossen" politischen Parteien überraschend relativ (gleich) gut geschlagen haben: So die Parti Quebecois (31,9 % Stimmenanteil), die sich noch vor einem Jahr mit internen Machtkämpfen und Abtrünnigen herumschlagen musste, die von Korruptionsvorwürfen geplagten, regierenden und amtsmüden Liberalen (31,2%), und die Coalition Avenir Québec (27,6%), die neu gegründete "dritte politische" Kraft, die sich als Alternative zu den beiden traditionellen Parteien positionierte.

    Dieser knappe Sieg und die daraus resultierende Minoritätsregierung bedeutet, dass die politische Landschaft in Quebec in den nächsten Jahren fragiler sein wird. Und mehr Französisch, weniger Englisch. Und wohl noch wichtiger: Zwar ist der separatistische Gedanke im Programmbuch der PQ (zeitlich unbestimmt) verankert, aber neben Umfragen bestätigt auch das Abstimmungsresultat, dass das politische Mandat für eine Trennung von Kanada schwach ist. Zudem hat sich seit dem letzten Referendum zur Frage der Unabhängigkeit (1995) die wirtschaftliche Realität geändert. Quebec drückt eine Schuldenlast (Schulden/BIP) wie in Italien. Die wirtschaftliche Dynamik findet (zur Zeit) im fernen, ölreichen Westen Kanadas statt. Und denen wäre es übrigens schnurz, was mit Quebec passiert.

    Nicht gleichgültig reagieren wird der Rest Kanadas, wenn die "Nation" mehr Ausgleichszahlungen und mehr Kompetenzen - auch ein Schritt Richtung Unabhängigkeit - fordert. Und hier wird sich die in Quebec unpopuläre Bundesregierung irgendwie bewegen müssen, um nicht als Feindbild für Separatisten herhalten zu müssen. Zudem gilt es zu einem späteren Zeitpunkt (wieder) Stimmen in la belle Province holen zu können. Denn Quebec ist weiterhin Teil von Kanada.

  • Wirtschaft zuerst
    1. April 2012
    Rentenalter neu (bald) bei 67, neuer Einwanderungsprozess für Auswanderer nach Kanada und die Beschränkung von Einsprachemöglichkeiten beim Umweltschutz sind einige der Eckpfeiler, die der Finanzminister vor einigen Tagen mit dem Budget, also dem Haushaltsplan für 2012, unter dem Moto "Job, Growth and long-term Prosperity" dem Parlament unterbreitet hat.

    Einige Details:
    • Ende der geschichtsträchigen Penny-Münze. Offenbar ortet die Regierung hier ein Einsparpotenzial. Hestellungskosten eines Penny kostet 1,5 x mehr als der Wert des Stückes.
    • Ab 2023 wird das Rentenalter innerhalb von 2 Jahren auf 67 erhöht.
    • Die Bundesverwaltung wird um 19'000 Stellen verkleinert.
    • Das repräsentative Oberhaupt Kanadas zahlt inskünftig Steuern.
    • Für Cross-Border Shopper: Freigrenze bei Einfuhren nach Kanada wurde erhöht.
    • Good news für Ölsand und andere Rohstoffe-Exporte, Rückschlag für den Umweltschutz. Umweltverträglichkeitsprüfungen und Einsprachemöglichkeiten werden, und das als Überraschung, rückwirkend auf 2 Jahre beschränkt. Im Urteil der Regierung besteht (nur) eine zeitlich begrenzte Gelegenheit um (noch viel mehr) Rohstoffe nach Asien exportieren. Das enge Zeitfenster will man nutzen.
    • Der Immigrationsprozess "Federal Skilled Worker program", also das Einwanderungsprogramm auf Bundesstufe für Berufsleute, wird neu organisiert. Pendente Anträge, die vor 2008 eingereicht wurden, werden eliminiert und die Kosten für die Anträge zurückerstattet. Einwanderungsbewilligungen sollen in Zukunft mehr in Hinblick auf die aktuellen wirtschaftlichen Bedürfnisse und auf die Nachfrage der dauraus resultierenden Mangelberufen erteilt werden. Also gewissermassen ein "Just-in-Time"-System. Wie das Ganze funktionieren soll, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

    Da die Regierung über die Mehrheit verfügt, wird Budget 2012 in dieser Form auch in Kraft treten.

  • Politik mit dem Zweihänder
    21. März 2012
    Auch das ist Teil der politischen Kultur in Kanada: Ein grosser Teil der politischen Energie wird darauf verwendet, den politischen Gegner bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit niederzuschreien, zu diffamieren, blosszustellen. Neuestes Beispiel: Obwohl noch drei Jahre als Parlamentsmehrheit ungefährdet im Amt, drischt die regierende konservative Partei überraschend (schon jetzt wieder) mit sogenannten "Attack-Ads" auf die politischen Widersacher ein. Und auch überraschend das aktuelle Ziel: Nein, nicht etwa die "offizielle" Opposition. Vielmehr Bob Rae, der Interims-Chef der in den letzten Wahlen zu einem insignifikanten Trüppchen zusammengeschmolzenen, einstmals grossen und bedeutsamen Liberalen Partei von Kanada. Zwar ist der ehemalige Premierminister von Ontario, was seinen politischen Leistungsausweis anbelangt, nicht ganz unumstritten, scheint aber offenbar im politischen Ottawa nach fast 20 Jahren als politisches Schwergewicht ein Comeback zu feiern. - Diese Einschätzung teilen offenbar auch massgebliche Konservative. Deshalb wohl die Verunglimpfung. - Und das gleich richtig, mit einem Tief-Schlag.

  • Bald datentransparentere Touristen
    12. Dezember 2011
    Das lange erwartete und soeben unterzeichnete Aktionsprogramm zwischen den USA und Kanada wird als das bedeutendste Abkommen zwischen diesen beiden Staaten seit NAFTA charakterisiert. Inhalt in den Grundzügen (Details müssen jetzt ausgearbeitet werden): Verbesserter wirtschaftlicher Zugang für Kanada in die USA, dafür lässt sich Kanada (im Bezug auf den Datenschutz mit etwas lauem Gefühl) vermehrt in das von der USA diktierte Sicherheitsdispositiv einbinden. Während damit die Wirtschaft in Kanada mit den zugesprochenen Handelserleichterungen (so z.B. schnellere Inspektionen beim Grenzübertritt) Einsparungen in Milliardenhöhe erhoffen darf, verschafft sich die USA Zugang zu in Kanada erhobenen Personendaten. Dies mit möglichen Auswirkungen für Touristen aus z.B. Europa. Geht es nach Plan, dann wissen neu beide Länder genau, wer nach Kanada bzw. USA ein- und auch ausreist. So wird wohl analog der Einreise in die USA auch für Kanada in naher Zukunft ein elektronisches Formular (wie ESTA) auszufüllen sein, um damit vorgängig eine Bewilligung zur Einreise nach Kanada zu erhalten. Und Flugpassagiere werden wohl schon vor dem Besteigen des Flugzeuges nach Kanada "grenzkontrolliert". - Diese Absichten stehen auf dem unterzeichneten Papier, deren Umsetzung dürfte in den nächsten Jahren vonstatten gehen,

  • Jack
    24. August 2011
    Kanada trauert um Jack Layton. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde der Parlamentsabgeordnete und Chef der kleinen Oppositionspartei New Democratic Party of Canada (NDP) durch seinen Optimismus, sein konsequentes Verfolgen der Interessen des "little guy" und sein anständiges Auftreten auf der politischen Bühne. In Umfragen war "Jack" der beliebteste und vertrauenswürdigste unter den aktuellen Parteiführern und die Mehrheit der Befragten konnte sich gut vorstellen, mit "Jack" ein Bier zu trinken.
    Vollends zur gewichtigen nationalen Grösse stieg er in den letzten Wahlen auf. Zwar errangen die Konservativen die Mehrheit, doch die kleine Partei wurde - zur Überraschung aller - auf einen Schlag zur zweitstärksten Partei und löste damit die Liberalen, die vom Wähler zu einem Schattendasein verdonnert wurden, als "offizielle" Oppositionspartei ab. Viele, die NDP wählten, gaben ihre Stimme Jack Layton, der kurz nach einem (siegreichen) Kampf gegen Krebs und einer Hüftoperation in die Wahlkampfhosen stieg und an einem Gehstock durch Kanada tourte.
    Die Freude über den historischen Wahlsieg dauerte nicht lange. Ein neues Krebsleiden zwang den jovialen Politiker zu einer Auszeit. Im September, bevor das neu gewählte Parlament den Betrieb wieder aufnimmt, sei er zurück, liess er verlauten. Doch zum Entsetzen der ganzen Nation, des ganzen politischen Spektrums starb er am vergangenen Montag in Toronto. In seinen letzten Stunden vor dem Tod schrieb er einen offenen Brief an Krebsleidende, an seine Partei, an die Quebecker, an die Jugend und an die kanadische Öffentlichkeit und schliesst diesen mit den Worten: "My friends, love is better than anger. Hope is better than fear. Optimism is better than despair. So let us be loving, hopeful and optimistic. And we’ll change the world.".
    Jack Layton wurde 61 Jahre alt.

  • So you think you can Budget?
    22. März 2011
    Endlich einmal selber Finanzminister spielen. In dieser Woche entscheidet sich, ob vorzeitige Neuwahlen in Kanada anstehen. Einer der Stolpersteine: Das Budget. Vielleicht kann man ein besseres Haushaltsbudget für Kanada zusammenstellen als dasjenige der Regierung? Ein interaktiver Budgetrechner ("So you think you can Budget?") steht bereit: Go ahead (and share).

  • Schuldenuhr tickt und tickt und tickt
    23. Februar 2011
    Auch Kanada hat Schulden. Nicht so hohe wie der südliche Nachbar, doch vorbei sind die Zeiten, als hier noch ausgeglichene Budgets ausgewiesen wurden. Der Finanzminister verspricht, die Finanzen bis +/- 2015 wieder in den Griff zu bekommen. Der (vom Parlament unabhängige) Parlamentarische Budget Officer widerspricht. Die komenden Jahre werden es zeigen. Bis dahin klickt sie weiter, die Schuldenuhr.


  • Zwischenhalt Nordpol
    17. Februar 2011
    Aller Rhetorik verschiedenen Länder um Besitzesansprüche in der Arktis zum Trotz arbeitet man auch zusammen. So will im Rahmen der 3. Etappe der Expedition "Polar Ring" ein Team bestehend aus Polarforschern aus Russland, Weissrussland und Kanada mit (speziellen) 6-Rad-Schwimmfahrzeugen die mehr als 7000 km lange Strecke quer über die Nordpolarkappe fahren und wissenschaftliche Projekte ausführen. Die Reise führt vom russischen Salekhard über den Nordpol nach Resolute Bay in Kanada.

    Ein Blick auf die letzte Etappe: Die Fahrzeuge, die Herausforderungen

  • Kein Bock auf Neuwahlen
    2. Februar 2011
    Aber gerade die könnten bald anstehen. Zum Beispiel dann, wenn die konservative Minderheitsregierung ihre Budgetvorlage nicht durchs Parlament bringt. Sie rechnet mit einer 50:50 Chance. Grund genug, dass sich die politischen Parteien schon mal vorsorglich in Wahlkampf-Stellung begeben. So wurden von den regierenden Konservativen "Attack-Ads" lanciert und postwendend von den Liberalen beantwortet. Spots, immer mit dem Ziel, die/den Anderen möglichst zu diskreditieren. Auch die NDP verspricht einen filmischen Beitrag zur politischen Kultur Kanadas, zeigte aber zwischenzeitlich stolz den Medien ihren "War Room". Die Konservativen malen die Horrorvision einer drohenden Koalitionsregierung und beurteilen die von der Opposition angedrohten Neuwahlen angesichts der herrschenden "fragilen" wirtschaftlichen Situation als verantwortungslos. Und die Liberalen wollen der (angeblichen) finanziellen Spendierfreudigkeit der Konservativen wie beispielsweise der von der Regierung geplanten Senkung der Unternehmensbesteuerung in Kanada die Stirn bieten. - Also, alles für Neuwahlen nötige Ingredienzen. Oder zumindest für Spekulationen über Frühjahrswahlen.
    Aber die Minderheitsregierung fühlt sich relativ wohl in ihrer Rolle (Mehrheit wäre natürlich besser). Kunststück, ihre Kriegskasse ist prallvoll. Die Opposition macht zwar viel Lärm, möchte endlich wieder an die Macht, ist aber schwach und kann sich programmatisch schwerlich von der Regierung absetzen. Zudem fürchtet sie, Mandate zu verlieren. Und will man einer Umfrage glauben, dann hat die Mehrheit der Kanadier schlicht keine Lust auf Neuwahlen. - Not yet.

  • Last Frontier
    7. August 2010
    Stand das offizielle Kanada am vergangenen Klimagipfel in Kopenhagen auf der internationalen Bühne noch mit kurzen Hosen da, muss es sich jetzt warm anziehen. Zwar Kälte gewohnt, bläst ihnen doch ein eisiger Wind entgegen, und das im eigenen 'Backyard":
    Die Zukunft der Arktis steht zur Debatte. Denn mit der durch den Klimawandel einsetzenden Eisschmelze werden die jahrzehntelangen aktzeptierten Grenzziehungen durch Begehrlichkeiten quer durch die internationale Gemeinschaft in Frage gestellt. Schliesslich wartet in der Arktik ein Jackpot, bzw. ein grosses Vorkommen an Gas und Öl.
    Kanada ist gefordert. Schliesslich geht es um den Lebensraum der Inuit. Ja und es geht um grosse vermutete Ressourcen, die unter der schmelzenden Schneekappe liegen. Und um Umweltschutz. Spätestens dann, wenn die Nord-West-Passage als viel kürzere Alternative zum Panamakanal an Attraktivität gewinnt. Und um Fragen der (kanadischen) Souveränität, ...
    Als Anrainerstaat zum Nordpol will Kanada hier mitreden. "Use it or loose it" wird der Premierminister zitiert und markiert ein selbstbewusstes Kanada, das seine (legitimen) Interesse durchsetzen will. Aber Kanada muss sich nicht nur warm anziehen, sondern auch die Mittel bereitstellen, um sich beim kommenden Verteilkampf behaupten zu können. Die paar nur zeitweise in arktischen Gewässer operierenden schon etwas in die Jahre gekommenen kanadischen Eisbrecher genügen nicht.

  • Falsch investiert
    28. Mai 2010
    Fast 1'000'000'000 Dollar für 3 Tage. Soviel kosten alleine die Sicherheitsmassnahmen für den G8 resp. G20, der Ende Juni im beschaulichen Huntsville und in der grössten Stadt Kanadas, Toronto, stattfindet. Ja, fast eine Milliarde Dollar. Soviel Geld wurde noch nie für ein solches Event ausgegeben. Dieser Betrag entspricht in etwa der Summe, die für die Sicherheit an den Olympischen resp. Paraolympischen Spielen ausgegeben wurde. Nur jetzt geht es aber um ein paar Tage, nur um die Sicherheit und nur um ein paar wenige Leute. Sicherheit klar, aber koste was es wolle? - Kopfschütteln, Unverständnis auf der Strasse und auf dem politischen Parkett.

    Nichts gegen Treffen auf höchster politischer Ebene. Aber der massive finanzielle Aufwand hätte mit ein bisschen Phantasie schon alleine bei bei der Ortswahl der Veranstaltung massiv reduziert werden können.

    1 Milliarde. Das ist eine 1 mit 9 Nullen.

    Mit diesem Geld könnte Kanada beispielsweise
    • endlich einen ersten wirklich wintertauglichen Eisbrecher für die Arktis kaufen
    • den populären Home Renovation Tax Credit weiterführen
    • weitere finanzielle Anreize für Umweltschutz schaffen
    • Steuern senken
    • alle Eishallen quer durch Kanada renovieren
    • Schulden abbauen
    • die chronisch langen Wartezeit für Spitalbehandlungen verkürzen oder
    • ....
    So viele Ideen ...

    Oh, da gäbe es ja noch eine weitere Milliarde, die zum Verteilen wäre. Sie müsste nur zuerst einkassiert werden. Das ist ist nämlich der Betrag an Verkehrsbussen, die bis anhin in der Provinz Ontario nicht bezahlt wurden. Oh, mit dieser Milliarde könnte man hier .....

    Let's dream.

  • Haiti: Don't loose Hope
    15. Januar 2010
    In einem emotional sichtlich bewegten Auftritt sprach Michaelle Jean, Generalgouverneurin von Kanada, dem von einem Erdbeben heimgesuchten Haiti Mut zu und rief zur Solidaritätmit dem zerstörten karibischen Staat auf. Dieser Auftritt war umso schmerzhafter, als sie selber in Haiti geboren wurde und im Kindesalter als Flüchtling nach Kanada emigrierte.
    Kanada gilt als traditionelles Einwanderungsland für Haiti und hat vorallem in Montreal eine grosse haitische Gemeinschaft. Und Kanada hat auch rasch mit einer grosse Rettungsaktion zu Luft und Wasser auf die Katastrophe in der Karibik reagiert und Equipment und Personal dorthin entsandt.
    Im sicheren Kanada beginnen Sammelaktionen für Spendengelder zu laufen. Schwierig die Übersicht zu behalten: Adressen mit Angaben wie, wo mit (allenfalls steuerabzugsberechtigten) Spenden rasch geholfen werden kann, finden sich hier oder hier. - Donate now! - Die von Privatpersonen gespendeten Gelder werden von der Regierung verdoppelt.

  • Prorogued: Die 2.
    5. Januar 2010
    So quasi zwischen den Weihnachtsgeschenken versteckt hat der Premierminister still und heimlich eine weitere Bescherung angekündigt. Das Parlament wird (innerhalb eines Jahres wieder) 'prorogued'. Mit anderen Worten: Das Parlament ist geschlossen (und die Legislative darf zwei Monate länger Ferien machen). Böse Zungen behaupten, mit diesem erneuten (an und für sich legitimen aber doch undemokratischen?) Winkelzug wolle sich PM Harper einen politischen Vorteil verschaffen. Einige andere meinen, auch die Politiker wollen lieber die Olympischen Spiele frei von schreierischen Fragestunden oder lästigen Medienschelten geniessen. Und ein Grossteil der Bevölkerung scheint sich gar nicht mehr aufzuregen und die Oppostion lahmt. - Mögen die Spiele beginnen.

  • Niemand will Wahlen. Wirklich?
    9. September 2009
    Während sich die Temperaturen (zumindest) in der Nacht langsam hier in Ottawa unterhalb der 10 Grad-Marke einpendeln, wird es auf der federalen politischen Bühne heisser. Oder ist es vielleicht nur warme Luft? 'Your time is up' meinte kürzlich der Oppositionsführer an die Adresse des Premierministers, der mit diesen Worten die wahlmüden Kanadier aufschreckte. Die regierenden Konservativen konterten mit dem Hinweis, dass inmitten der Wirtschaftskrise ein schlechter Zeitpunkt für Wahlen sei. Gewollt oder ungewollt ist jetzt ist aber ein heimlich aufgenommenes Video an die Öffentlichkeit gelangt, das den Premierminister in (ideologischer) Wahlkampfstimmung zeigt. In einer Rede vor Parteifreunden steckt er seine Wahlkampfziele ab: Der Griff zur Mehrheit, keine Koalition, Kampf den Linken, das Land vor 'long-term damage' durch die anderen Parteien bewahren, etc, etc. - Ob die Oppostion die gut organisierten und finanzstarken Konservativen herausfordert? - Die nächsten Wochen werden es zeigen.

  • Enger Horizont in Bern
    8. Juni 2009
    Working Holiday Visa (WHV) bietet die Möglichkeit, im Ausland während einer bestimmten Zeit zu arbeiten und das Land zu erkunden. Und all dies ohne grosse bürokratische Hindernisse. Dieses in anderen Ländern beliebte Ferien-und-Job-Visa wird in der Schweiz nicht angeboten, als Gegenmassnahme kommen die SchweizerInnen deshalb auch nicht in den Genuss eines WHV für Australien, Kanada, ...
    Was sind die Gründe, dass die Schweiz das Working Holiday Visa nicht anbietet? Laut einem Artikel von Swissinfo kann sie nicht - oder besser gesagt - sie will nicht. Nach etlichen Jahren Entscheidungsfindung ist 'man' in 'Bern' zum Entschluss gelangt: Zu grosser Aufwand um (ein?) Gesetz zu ändern und unklar, wie sich diese Öffnung auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Schade. Eine Möglichkeit weniger für SchweizerInnen, im Ausland Erfahrungen zu sammeln.
    Vielleicht sollte man die Verantwortlichen in Bundesbern einmal aus dem engen Büro herausnehmen und ins Ausland schicken. Mit einem breiteren Horizont werden sie heimkehren und dem Ausland offener gegenüberstehen. - Hallo Bärn, welcome to the World.

  • Späte Genugtuung für Dion
    28. Mai 2009
    Diese Meldung sollte mehr als eine Zeile wert sein.
    In einem englisch geführten Interview mit dem kandischen TV-Sender CTV wurde im letzten Wahlkampf der (damalige) frankophone Liberal Leader Dion mit einer (hypothetischen) Frage konfrontiert, die er nicht verstand. - Das wurde (natürlich) sofort genüsslich im Wahlkampf ausgeschlachtet.
    Schon damals ging unter die Tatsache, dass auch Anglophone über den Inhalt der Frage uneins waren. Und man konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, dass Dion vorgeführt wurde. Diesem journalistischen Vorgehen kann (auch) der Canadian Broadcast Standards Council in seiner jetzt veröffentlichten Einschätzung nichts abgewinnen: Die Frage an sich war "confusing" und CTVs Vorgehen gegenüber Dion "discourteous and inconsiderate". - Richtig.

  • Obama und Kanada
    20. Januar 2009
    Kanada wartet auf Obama. Mit Genugtuung hat der nördliche Nachbar zur Kenntnis genommen, dass der amerikanische Präsident "soon" Kanada einen Besuch abstatten wird. Der Höflichkeitsbesuch wird aber eine US-Agenda überschatten, an der Kanada noch seine liebe Mühe haben wird. Themen wie die ökologisch nicht saubere Ölproduktion in Alberta, die ungenügende Sicherung der Grenze, die Öffnung der Nordwestpassage, der Krieg in Afghanistan oder (die Neuverhandlung von) NAFTA.
    Kanada wird viel Stehvermögen beweisen müssen, um seine Interessen durchsetzen zu können. Wie weit das Argument, dass Kanada der grösste Energielieferant der USA ist, reicht, wird sich weisen. - Man darf gespannt sein.

  • Prorogued!??
    4. Dezember 2008
    Das heisst, 'Time Out'. Das kanadische Parlament wird "prorogued", in die verlängerten Weihnachtsferien geschickt, die Arbeit suspendiert. Ein in dieser Form einmaliger und umstrittener politischer Schachzug der konservativen Minderheitsregierung um einem Misstrauensvotum zuvor zu kommen. Die parlamentarische Meinungsbildung in Ottawa ist damit zu einem kompletten Full-Stop gekommen.
    Erklären müsste man den Kanadiern der Begriff Koalition. Vor allem die konservativen Stammwähler (im Westen Kanadas) sind der Ansicht, dass sie die Harper-Regierung gewählt haben. Dem ist aber nicht so: Sie haben Parlamentsabgeordnete gewählt und die bestimmen die Regierung. Zur Zeit ist es Harper, aber ob der 27. Januar einen Regierungswechsel (Misstrauensvotum anlässlich der Abstimmung über das Budget) bringt, wird sich weisen.

  • Doch keine 4 Jahre?
    27. November 2008
    Das dürfte die Opposition gar nicht freuen. Auf der Suche nach Sparmassnahmen im Budget plant der konservative Finanzminister Flaherty, die öffentlichen Parteifinanzierung zu streichen. Auf den ersten Blick mögen die Konservativen die Verlierer sein, aber es ist die Opposition, die unter dem Strich das finanzielle Nachsehen hat. Die Konservativen können sich nämlich im Gegensatz zu den anderen Parteien auf ein höchst effizientes und einträgliches Fundraising verlassen.
    Kritiker werfen der Regierung denn auch vor, dass diese Sparmassnahmen politisch begründet ist, zudem habe Harper seine Kabinett auf 38 (!) Personen ausgedehnt.

  • 4 Jahre?
    19. November 2008
    Mit dem traditionellen Verlesen der 'Throne Speech', das Regierungsprogramm, ist die Bundespolitik in die neue Legislaturperiode in Kanada gestartet. Ob es vier Jahre werden, wird sich zeigen. Nicht zuletzt der (bis anhin aggressiv geführte) Regierungsstil von Premierminister Haper wird dabei entscheidend sein. Und da überrascht, dass er angeblich seine Parlamentsleute angewiesen haben soll, inskünftig mit dem politischen Gegner repektvoller umzugehen. Da täte der politischen Kultur hierzulande gut, wurde der Wahlkampf doch teilweise in der untersten Schublade geführt.

  • Harper gewinnt ...
    15. Oktober 2008
    ... erhält aber keine Mehrheit im Parlament. Die Konservativen konnten zwar zulegen, die Mehrheit hätte in Reichweite gelegen, doch vergraulte Harper Quebec und Newfoundland & Labrador, die dafür den Konservativen eine Abfuhr erteilten. Die Liberalen tauchten, die NDP legte (leicht) zu. Die Grünen erzielten zwar über 7 % aller Stimmen, erhielten aber keinen einzigen Sitz. Die (einst mächtigen) Liberalen müssen zuerst einmal nach der empfindlichen Niederlage einen Nachfolger des glücklosen Parteichefs erküren. Ein Machtkampf steht an. Je nachdem, wie stark Harper die Opposition mit seinem Programm bedrängt, könnten bald wieder Neuwahlen anstehen.

  • Wahlkampf
    24. September 2008
    Nach 2 Wochen Wahlkampf in Kanada liegen Harpers Konservative in den Umfragen (weiterhin) vorne. Dies obwohl alle anderen auf ihn eindreschen, er relativ wenige "Promises" offeriert und Leute in seiner Partei in Fettnäpfchen treten. Viele trauen ihm, dem Taktiker, dem Kontrollfreak nicht. Viele Kanadier wollen eine Mehrheitsregierung aber nicht mit Konservativen.
    Die (noch?) offizielle Oppositionspartei, die Liberalen, können einfach nicht zusetzen. Deren Vorsitzender Dion ist nicht eloquent genug, man versteht sein Englisch kaum und sein während zweier Wochen propagiertes Programm "Green Shift" (Stichwort: Carbon tax) will (und kann) auch keiner richtig verstehen. Inmitten des Wahlkampfes müssen die Liberalen umdisponieren.
    NDP-Chef Layton will schon mal die Position des Premierministers übernehmen, doch dazu wird es nicht reichen. Allerdings könnte er den Liberalen nahe kommen.
    Die Green Party ist im (mehr als bescheidenen?) Aufwind und nachdem deren Präsidentin May jetzt doch zur nationalen Wahl-TV-Runde (doch noch nachträglich) eingeladen wurde, könnte die Partei noch ein bisschen zulegen.
    Der (einst mächtige) Bloc Quebecois muss schauen, dass er von den anderen Parteien nicht aufgerieben wird.
    Also: Die Konservativen werden gewinnen oder schliessen andere Parteien ein Koalition?

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letztmals aktualisiert am 28.10.2014