• Marathon of Hope
    12. April 2010
    Vor genau 30 Jahren berührte die Beinprothese eines Mannes den Atlantik in St. John's, Newfoundland, und damit fiel der Startschuss zu einem ambitiösen Projekt, dem 'Marathon of Hope".
    Trotzt Krebsleiden war Terry Fox besessen vom Willen, Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Und trotzt amputiertem Bein verfolgte der junge Mann seinen Plan, auf seinem 'Marathon of Hope' Kanada von Osten nach Westen zu durchqueren - jeden Tag eine Marathondistanz - und dabei Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Die anfängliche Skeptik und das Desinteresse seitens der Öffentlichkeit änderte sich, je länger Terry Fox seine Tagesmarathons humpelnd und auch bei widrigsten Umständen abspulte: Passanten säumten die Strasse, Terry Fox wurde eine nationale Figur, Spendengelder fingen an zu fliessen.
    Und Terry Fox rannte beharrlich weiter, weiter und weiter. Jeden Tag, 42 km mit der Beinprothese. Und gab der Krebsforschung ein Gesicht. Nach 5000 km Weg entlang der Highways zwang ihn der fortgeschrittene Krebs in Thunder Bay, den Marathon aufzugeben. Er verstarb ein paar Monate später.
    Terry Fox, eine Inspiration. - Sein Geist lebt fort in den alljährlich in Kanada wie auch in weiteren Ländern stattfindenden Terry-Fox-Rennen. Bei diesen Rennen geht es nicht Schnelligkeit, sondern darum, möglichst viel Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Wie beim 'Marathon of Hope'.

  • Operation USA
    3. Februar 2010
    Danny Williams' Entscheid, sich in den benachbarten Vereinigten Staaten einer Herzoperation zu unterziehen wäre wohl keine Zeitungsmeldung wert gewesen, da doch viele Kanadier aus verschiedensten Gründen sich einer Behandlung in den USA unterziehen. Man denke nur an Shona Holmes, die sich sogar von den Republikanern einspannen liess, um zu zeigen, dass ein staatlich gelenktes Gesundheitssystem (lebens)-gefährlich sein kann.
    Aber Danny Williams, der ein US-Krankenhaus aufsuchte, ist nicht irgend ein Joe Doe, sondern der amtierende (und wohlhabende) Premierminister der Provinz Newfoundland & Labrador. Nebst Genesungswünschen selbst von seinem stärksten Widersacher Premierminister Harper begleitet eine nationale Debatte über Medicare Danny Williams: Ist ihm das Gesundheitswesen in Kanada nicht gut genug? Oder nicht sicher genug, wie kürzlich aufgedeckte Fälle von verhunzten Krebsdiagnosen in NL zeigen? Gibt es Operationen, die hier nicht durchgeführt werden können? Sind die Warteschlangen ihm zu lang, will er sich eine rasche Behandlung erkaufen? - Spekulationen über Spekulationen. Und solange er - immerhin eine öffentliche Person - über seine Beweggründe schweigt, wird weiter spekuliert. Die Republikaner freut's, ein schaler Beigeschmack bleibt.

  • H1N1: Business as usual?
    29. Oktober 2009
    Schon nach wenigen Tagen Impfaktion (in der Provinz Ontario) kann man sich des Eindruckes nicht verwehren, dass die mehrmonatige Planung in Theorie wohl gespielt hat, es jetzt aber in der praktischen Umsetzung kränkelt. Hatte sich vergangene Woche der oberste Health Official noch frustriert über die anscheinend mangelnde Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber des Impfstoffes gezeigt, wurde die Impflogistik schon am ersten Tag der Impfaktion förmlich überrannt und das Impf-Konzept scheint täglich geändert zu werden. - Natürlich kann niemand voraussagen, wie sich die H1N1-Geschichte entwickelt. Wenn aber der Wille besteht, die grösste Impfaktion in der Geschichte Kanadas zu starten, dann reicht ein Vorgehen in Form von 'Business as usual' nicht aus. Ein paar Impfzentren mit normalen Oeffnungszeiten sind wohl zuwenig. Die Impfaktion starten und wenige Tage später vor einer stockenden Produktion zu warnen ist ärgerlich. Ebenso der Streit, wer welche Kosten zu tragen hat. Dass die Bundesbehörden (sich aus den Schlagzeilen schleichen und) die Umsetzung und Verteilung des Impfstoffes an die Provinzen delegieren, mag staatspolitisch in Ordnung sein aber deren uneinheitlicher Auftritt schmälert den Eindruck eines ausserordentlichen und in der Sache bestimmten Engagements in der Bekämpfung des H1N1. - Fight flu? Es braucht mehr.

  • USA vs Kanada
    20. Juli 2009
    Nun haben die Gegner von Obamas Gesundheitsreform ein vermeintlich taugliches Geschütz aufgefahren. So soll ausgerechnet Kanada als Beispiel zeigen, wohin ein von der Regierung gesteuertes Gesundheitswesen führt: Zu mangelnder Effizienz und Bürokratie. Schützenhilfe dabei bietet ihnen eine Kanadierin mit einem Werbespot. Stil: "Hätte ich mich auf das kanadische Gesundheitssystem verlassen, wäre ich jetzt tot". Dies in Anspielung auf ihre (lebensbedrohlich?) lange Wartezeit bis zur Operation.
    Richtig: Die teilweise langen Wartezeiten sind ein leidiges Thema. Da besteht in der Tat Handlungsbedarf. Aber deswegen gleich das ganze System als Misserfolg in der hitzig geführen Diskussion portraitieren zu wollen, geht vielen (nicht nur in Kanada?) zu weit.
    In einer von dieser Aktualität unabhängigen und vor wenigen Tagen veröffentlichten Umfrage zur Folge steht zwar nicht alles zum Besten, aber der weitaus grösste Teil der Versicherten ist mit dem dem hiesigen Gesundheitssystem zufrieden.

  • Bisphenol A
    21. Oktober 2008
    Canada setzt als erstes Land der Welt Bisphenol A (BPA), welches im Ruf steht, gesundheitsschädigend zu sein, auf die 'toxic list', eine Liste von gefährlichen Substanzen.
    Die Chemikalie Bisphenol A ist ein Baugrundstoff bei der Produktion von Kunststoffen (Polykarbonat) und wird zum Beispiel bei der Herstellung von Platisk-Babyflaschen oder anderen Verpackungen wie Dosen eingesetzt.
    Mit diesem Schritt kann die Gesundheitsbehörde inskünftig regulatorisch über die Substanz verfügungen und den angedrohten Schritt, Babyflaschen mit Bisphenol A nicht mehr für den Verkauf zu zulassen, in Kraft setzen.

  • Knapp genügend
    16. September 2008
    Bewertet man die Gesundheitsdienste der einzelnen Provinzen nach Kriterien wie Rechte der Patienten, Wartezeit, medizinische Leistung oder Zugang zu Medikamenten, dann scheint die Provinz Ontario über das "beste" Gesundheitssystem zu verfügen. Dies ist jedenfalls das Ergebnis des "Canada Health Consumer Index".
    Allerdings ist dieses Prädikat relativ, weil das kanadische Gesundheitswesen im Vergleich zum europäischen relativ schlecht abschneidet.

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letztmals aktualisiert am 28.10.2014